Ziele von Bachelor und Master

Welche Ziele werden mit Bachelor und Master verfolgt? Und warum gibt es überhaupt Bachelor- und Master-Studiengänge? In Deutschland gibt es zwei Ansätze zur Begründung der Bachelor- und Master-Studiengänge. (Quelle: Heidrun Jahn, Wittenberg: http://www.oefg.at/text/workshop/beitrag_1.html, an die sich der gesamte Artikel anlehnt )

Einerseits prägt die Diskussion um die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen seit Jahren die Hochschullandschaft. Darin heißt es, dass die unzureichende internationale Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des Studienstandortes Deutschland zu verbessern ist. Dieser Schritt soll durch international kompatible Studienangebote, -strukturen und speziell Abschlüsse gelingen. Außerdem ist festzustellen, dass zu wenig ausländische Studierende – im Besonderen aus wirtschaftlich und kulturell zunehmend bedeutsamen außereuropäischen Ländern – nach Deutschland wollen. Des Weiteren sind die deutschen Hochschulabschlüsse oft als nicht ausreichend kompatibel mit den weltweit dominierenden anglo-amerikanischen Abschlüssen einzuschätzten. Außerdem treten Probleme in der gegenseitigen Anerkennung von Studienleistungen auf, was auch Deutschen einen Auslandsaufenthalt erschwert.

Hochschulreform Bachelor und Master

Der andere Begründungsansatz ist schon etwas älter. Dieser betrifft die eher interne Reform des deutschen Hochschulstudiums. Allerdings hat er in Verbindung zur Internationalisierung und zu einer insgesamt intensiveren Debatte über Probleme der Studien- und Hochschulreform in Deutschland in den letzten Jahren stärkere Beachtung erfahren. Denn mit der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen strebt man eine Veränderung des deutschen Studiengangsystems an. Dabei soll der Tatsache besser Rechnung getragen werden, dass heute bereits über 30% eines Altersjahrganges die Hochschulen besuchen, deren Erwartungen an ein Studium sich deutlich von ihren Fähigkeiten und Interessen unterscheiden. Zudem ist am traditionellen Studium an deutschen Hochschulen vor allem seine geringe Flexibilität bezüglich studentischer Nachfrage und Angebot auf dem Arbeitsmarkt zu kritisieren. Im Ergebnis drückt sich das in einem hohen Anteil an Studiengangwechslern, -abbrechern und Langzeitstudierenden aus.

Ziele von Bachelor und MasterZiele von Bachelor und Master

„Die in der Diskussion vertretenen Meinungen zum „Allheilmittel Bachelor“ für die Probleme des deutschen Hochschulwesens sind aber durchaus widersprüchlich. Die Interessen der Befürworter (vor allem Hochschulpolitiker) und Kritiker dieser Entwicklung (aus den Reihen der Studierenden, Hochschullehrer und Wirtschaftsvertreter) sind vielfältig und reichen von dem Wunsch nach stärkerer internationaler Öffnung und Differenzierung des deutschen Hochschulstudiums bis zu Ängsten vor Traditions- und Qualitätsverlust.“