Das kooperative Studium

Das kooperative Studium an einer Fachhochschule verbindet das Studium mit einer zusätzlichen Praxistätigkeit in ausgewählten Unternehmen. Dadurch entsteht eine enge Verzahnung zwischen dem Studierenden, dem Unternehmen und der Fachhochschule und ermöglicht eine noch intensivere Praxisorientierung der Ausbildung. Zu Beginn des Studiums stehen während der Betriebsphasen insbesondere erste praktische Erfahrungen in betrieblichen Abläufen im Vordergrund. Dies ist vor allem für Studienanfänger ohne Berufsausbildung von großer Bedeutung. In der zweiten Hälfte des Studiums dominiert die Mitarbeit in konkreten Projekten und die Übernahme berufsnaher Tätigkeiten.

Das kooperative Studium - Bildung statt BolognaDas kooperative Studium

Für das kooperative Studium spricht:

    • der starke Praxisbezug der Ausbildung durch Einsatz in unterschiedlichen Bereichen der Partnerfirma
    • die kostengünstige Einarbeitungsphase potentieller neuer Mitarbeiter schon während des Studiums
    • die frühe Identifikation des Studierenden mit dem Unternehmen
    • die intensive Rückkopplung von der Praxis in die Lehrveranstaltungen der Hochschule
    • die verbesserte Möglichkeit zur Personalplanung für das Unternehmen durch effektive Nachwuchssicherung und langjährige „Probezeit“
    • die kurze Einarbeitungszeit des Berufsanfängers nach Studienabschluss

Interessierte Studierende suchen sich entweder aus dem Unternehmenspool einer Hochschule eine Partnerfirma aus und bewerben sich dort, oder sie nehmen direkt mit einem Unternehmen nach eigener Wahl Kontakt auf. In der Regel wird ein Vertrag mit dem betreuenden Unternehmen und der Hochschule geschlossen, in dem die Rahmenbedingungen des Kooperativen Studiums festgelegt werden. Häufig beträgt die monatliche Arbeitszeit etwa 30 Stunden während der Vorlesungszeit. Von den 22 vorlesungsfreien Wochen pro Jahr sind bis zu 15 Wochen in Vollzeit im Unternehmen zu verbringen. Dafür erhält der Studierende ein monatlich konstantes Entgelt in Höhe einer klassischen Berufsausbildungsvergütung.

Ein kooperatives Studium bedeutet natürlich auch mehr Aufwand für den Studierenden, da er sich zusätzlich zu seinem Studium auch auf die Arbeit im Unternehmen konzentrieren muss. Somit hat er während seines Studiums eine höhere Belastung als ein Studierender, der kein kooperatives Studium absolviert. Allerdings verdient er dafür auch während des Studiums Geld.

Mittlerweile sind die kooperativen Studiengänge sehr beliebt, was zur Folge hat, dass sich wesentlich mehr Studierende dafür interessieren und auch dafür bewerben als noch von einigen Jahren. Heute ist es fast üblich, sich ein halbes Jahr vor Studienbeginn um ein entsprechendes Angebot zu bewerben.

Als Alternative zum klassischen Hochschulsstudium steht auch ein Studium an einer Berufsakademie oder an einer Dualen Hochschule zur Verfügung. Diese haben die Idee des kooperativen Studiums institutionalisiert.