Aufbau eines Studiums zum Wing

Der Aufbau eines Studiums zum Wing im Bachelor-Master-System bietet einige Besonderheiten. Denn Bachelor- und Master-Studiengänge sind anders aufgebaut als die ehemaligen Diplomstudiengänge. Vorteile des neuen Studiensystems liegen darin, dass Bachelorstudiengänge prinzipiell eine stärkere Differenzierung des Studienangebots ermöglichen. Jedoch wird hiervon in der Praxis noch zu wenig Gebrauch gemacht wird. Das kann auch an den geforderten Akkreditierungen liegen. Auch die Einordnung der neuen Abschlüsse im Vergleich zu den bisherigen Studienabschlüssen (Diplom, Magister) ist noch immer nicht hinreichend geklärt.

Bachelor, Master oder Diplom?

Häufig wird behauptet, ein Bachelor Studium sei weniger als ein Diplomstudiengang. Aber stimmt das wirklich? Zweifelsfrei hat ein Diplomstudium immer 8 Semester gedauert, ein Bachelor Studium ist dagegen für 7 Semester (selten auch für nur 6 Semester) konstruiert. Allerdings ist davon auszugehen, dass beim Umbau des Studiums vom Diplom zum Bachelor nicht die Fächer entfallen sind, die zum Grundstudium gehören und den meisten Studenten eher schwer fallen.

Befürworter des neuen Systems von Bachelor und Master führen auch an, dass in Deutschland neben dem traditionellen Studiengangkonzept, das auf fachliche Breite und wissenschaftliche Tiefe ausgerichtet ist, nun weitere (eher praxisorientierte) Konzepte als Alternativen gestaltbar sind. Jedoch übersehen viele dabei, dass das deutsche Bildungssystem schon immer eine fundierte praktische Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen vorsieht. Folglich ist die Nachfrage nach Studiengängen schon alleine deshalb verständlicherweise geringer ist als in Ländern, denen ein entsprechend breit gefächertes und gut ausgebautes Ausbildungssystem fehlt.

Dennoch ist die Entwicklung zu neuen Studienformen nicht übersehbar. Einerseits entwickeln immer mehr Berufsakademien bzw. duale Hochschulen, die erwiesenermaßen stark anwendungsorientiert arbeiten, Bachelor-Angebote. Andererseits bieten auch die klassischen Hochschulen neue Angebote an. So gibt es an der HTW des Saarlandes den Studiengang Aviation Business, der die Pilotenausbildung (korrekt: Ausbildung zum Verkehrsflugzeugführer) in ein praxisnahes Studium der technischen Betriebswirtschaftslehre integriert.

Während in der alten Diplom-Welt häufig forschungslastige Themen dominierten, kommen nun immer mehr praxistaugliche Lehrangebote zum Einsatz. Außerdem ist die klassische Aufteilung in ein wertloses Vordipom und das eigentlich gewünschte Diplom nun obsolet. Allerdings ersetzt das Bachelorangebot nicht das Vordiplom. Stattdessen sind die Lehrinhalte, die sich ursprünglich im Vordiplom befanden, nun in den ersten drei bis vier Semestern des Bachelorstudiums zu finden. Darauf aufbauend erfolgt dann die Spezialisierung und Vertiefung des Grundlagenwissens in den folgenden Semestern.

Was soll ich studieren? Aufbau eines StudiumsWas soll ich studieren?

Kürzere Studiendauer durch den passenden Aufbau eines Studiums

Richtig ist sicherlich, dass das neue Bachelor-Master-System grundsätzlich aufgrund verkürzter Studiendauern vielen Studierenden einen vorzeitigen Eintritt ins Berufsleben ermöglicht. Damit dies auch langfristig Bestand hat, muss die Wirtschaft den Bachelorabschluss als Regelabschluss anerkennen. Wenn sich dies nicht durchsetzen lässt, gibt es Probleme. Denn verlangt die arbeitsplatzgebende Wirtschaft einen Masterabschluss, dann verlängert die neue Studienform die grundsätzliche Studiendauer. Im Ergebnis wirkt sie damit kontraproduktiv.

Aufbau und Dauer im Studium Wirtschaftsingenieurwesen

Das Studium Wirtschaftsingenieurwesen gliedert sich häufig in ein Bachelor Studium aus 7 Semestern und ein Master Studium aus 3 Semestern. Nur bei dualen Studiengängen, z.B. an der ASW Berufsakademie des Saarlandes in Neunkirchen/Saar, ist der Bachelorabschluss oft bereits nach 6 Semestern zu erzielen. Häufig wird die Dauer von 7 Semestern damit begründet, dass im Studium Wirtschaftsingenieurwesen ja ein Studium der BWL mit einem Ingenieurstudium kombiniert ist. Dann ist eigentlich klar, dass man mindestens 7 Semester braucht, um beide Bereiche angemessen im Studium berücksichtigen zu können.